Kochi

Die berühmte Kazurabashi-Brücke, erbaut vom Heike-Clan

Die berühmte Kazurabashi-Brücke, erbaut vom Heike-Clan

Gerade sitzen wir im Bahnhof von Awa-Ikeda und warten auf unseren Anschlusszug zurück auf die Hauptinsel Honshu. Wir haben heute den letzten Tag unseren Rail-Pass und ab morgen wartet dann ein (hoffentlich) gut klimatisiertes Auto auf uns!
Das erste Mal ergaben sich heute Schwierigkeiten mit dem Zugfahren: Wir hatten Schienenersatzverkehr… Aber in Japan ist das so idiotensicher geregelt, dass sogar wir es geschafft haben, den richtigen Bus zu finden 😉
Ca. 10 Leute (ungelogen!!) stehen auf den 10m vom Bahnsteig zum Bus bereit, um die Leute zu geleiten. Wir, als schienenersatzverkehr-erprobte Reisende, haben natürlich gleich den Ersatzbus entdeckt und sind dorthin und eingestiegen. Wir haben uns noch gewundert, dass keiner sonst mit einstieg, das war schon ein wenig komisch. Aber bald bemerkten wir auch, warum: der Bus fuhr noch eine Schleife und hielt direkt vor dem Bahnhofseingang, damit die Leute dort einsteigen konnten.

Vorgestern sind wir in Kochi angekommen und haben dort bei einem Couchsurfer übernachtet. Diesmal war es vom wohnen her eine wesentlich angenehmere Begegnung, allerdings war es sehr feucht und warm im gnazen Haus und der nahe Bach trug dazu bei, dass wir abends eine Milliarde Stechmücken im Zimmer hatten. Nachdem wir uns vier Stunden erfolglos in der Hitze herumgewälzt hatten, hatte Elli die Schnauze voll und sprach unseren Host an, der uns mit Anti-Mücken Zeug versorgte.
Das half dann. In der letzten Nacht haben wir gleich die Fenster eingesprüht und irgendeine ominöse Vorrichtung angemacht, von der Elli sagte, da komme irgendein Gift raus. Damit hatten wir aber wenigstens einigermaßen Ruhe vor den Mücken.
Heiß war es trotzdem…

Gestern haben wir uns auf den Weg zum südlichsten Punkt der Insel Shikoku gemacht, um den Pazifik zu sehen. Das Wetter war mäßig, auf dem Hinweg hat es die ganze Zeit geregnet. Trotzdem war es mega-schwül, das kann man einfach nicht beschreiben.
Wir haben sofort angefangen zu schwitzen, wenn wir nur einen Schritt gemacht haben. Dummerweise hatten wir es verpasst, in Kochi noch Geld zu holen und sind mit unseren restlichen 2000 Yen in den Bus gestiegen. Als wir dan lasen, dass es bis zum Kap etwa 50km sind, wurde uns sofort klar, dass unser Geld nicht langen würde.
Genauso war es dann auch und so mussten wir mitten im Nirgendwo aussteigen. Die Busse haben alle eine Tafel vorne, auf der der aktuelle Fahrpreis angezeigt wird. Das ist sehr praktisch, denn so wussten wir, dass wir, sobald die 1000 auf der Anzeigetafel erscheint, den Knopf zum Aussteigen drücken mussten.
Wir sind dann erst eine Weile an der Küstenstraße entlanggelaufen, immer den Pazifik auf unserer Seite. Dann haben wir versucht zu trampen, was aber die wenigstens verstanden haben. Einige winkten Elli, die den Daumen hochhielt, freundlich zu, die anderen streckten ebenfalls ihren Daumen hoch. Schließlich hatten wir aber Glück und eine sehr nette Frau nahm uns mit in die nächstgrößere Stadt.
Leider verstand sie kein Englisch.

Daher mussten wir uns dann noch auf eigene Faust auf die Suche nach einem Geldautomaten machen. Das war ganz schön hart.
Aber am Ende hatten wir Erfolg, genug Geld für den Bus und so ging es dann ab zum Cpae Azuhuri. Das hatte sich dann wirklich noch gelohnt, es waren ausnahmsweise mal sehr wenige Touristen da und der Ausblick auf das, vom Regen und Wind aufgewühlte Wasser, war überwältigend. Leider gab es keinerlei Zugang zum Wasser und so hatten wir unsere Badesachen wieder einmal umsonst mitgenommen.

Der Rückweg war sehr lang, erst wieder ein Zockelbus, dann der Zug, aber wir haben in der Zeit Hörbuch gehört und so den ersten Teil von „Die Tribute von Panem“ fertig bekommen. Abends gab es Nudeln mit Tomatensauce, fast ein Luxus bei unserer sonstigen Ernährungssituation. Dann ab ins Bett, damit wir heute morgen wieder um 9 Uhr am Zug sein konnten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.