Nara

Puh, heute ist mal wieder ein Tag, der unsere ganze positive Energie aufsaugt.

Eigentlich fing der Tag gar nicht so schlecht an. Wir sind gut ausgeruht in unserem klimatisierten Hostelzimmer aufgewacht, haben ausnahmsweise mal gefrühstückt und sind dann los zum Flughafen, den Mietwagen holen. Das hat auch erstaunlich gut geklappt. „Unser“ Auto ist auch echt gemütlich, auch wenn es von außen ziemlich hässlich ist 😀 Das Losfahren ging zur Belustigung aller etwas holprig, aber dann standen wir auf der Straße und los gings auf der falschen Seite. Wir sind eine ganze Weile erst einmal nur gerade gefahren, zum Glück in die richtige Richtung 😉

Frühstück auf der Hostelterrasse

Frühstück auf der Hostelterrasse

Dann haben wir sogar ein Schild entdeckt, dass wir auf der Straße Richtung Nara waren und, dass es bis dahin nicht besonders weit war (60km nur). ABER dann zogen sich die Kilometer… Wir haben für die 40km UNGELOGEN 4 Stunden gebraucht!!! Es ging eigentlich die ganze Zeit nur durch Städte, eine Stadt reihte sich an die andere, maximal durften wir 50km/h fahren, doch es waren einfach unglaublich viele Ampeln auf unserem Weg, sodass wir immer wieder halten mussten.

Endlich in Nara angekommen, sind wir zwar ein paar Mal im Kreis gefahren, aber dafür, dass wir in einer japanischen Stadt im Linksverkehr unterwegs waren, haben wir das Hostel doch relativ schnell gefunden. Hier ist es auch wirklich nett und alles gut klimatisiert. Das Zimmer ist voll ok und der Rezeptionist (wahrscheinlich auch der Besitzer, zumindest ist er die ganze Zeit hier) sehr nett und hilfbereit. Wir konnten unsere Wäsche waschen, er hat sich um alles gekümmert (Maschine an, nasse Wäsche raus und in den Trockner), wir haben unsere Tickets ausgedruckt und konnten sogar kurzfristig noch um eine Nacht verlängern.

Tja… Trotzdem bleibt da ein blöder Beigeschmack. Das Auto steht auf einem Bezahlparkplatz mit ausschließlich japanischer Anleitung und ich Blödmann habe natürlich den Automaten brav mit Münzen gefüttert und dann erst bemerkt, dass wir ja wahrscheinlich einfach beim Auschecken bezahlen müssen 🙁

Dann fing es kurz nach unserem Check-In mega an zu regnen, innerhalb kürzester Zeit war die ganze Straße vor dem Hostel bis auf Kniehöhe überschwemmt. Mittlerweile hat es aufgehört und wir haben auch noch eine kleine Stadtrunde gemacht, hauptsächlich, um nach einem Supermarkt für unser Abendessen zu suchen. Tja, schon wieder Pech gehabt, der Supermarkt, der am nächsten war (im Bahnhof), war durch den Starkregen überschwemmt und hatte geschlossen. Bzw. haben ganz viele Leute darin aufgeräumt und an den Türen stand irgendwas japanisches. Kurz waren wir in Versuchung, einfach essen zu gehen, aber es gibt einfach NICHTS annähernd vegetarisches hier!! Selbst das kack indische Restaurant hatte nur japanische Gerichte auf der Speisekarte 🙁 Das ist wirklich, wirklich nervig. Schließlich haben wir in einem 7Eleven für umgerechnet 5 Euro eine Packung Spaghetti, eine Packung Chips und zwei Joghurts zum Frühstück geholt.

Und zu allem kommt dann eben noch der kack Taifun hinzu! Wir hatten (ausnahmsweise und eigentlich zum ersten Mal auf dieser Reise) einen echt guten Plan, nicht zu „taff“, immer mit der Möglichkeit, noch etwas ungeplantes einzuplanen, aber dennoch einen Plan. Wir wollten wenigstens einmal noch im Meer baden gehen oder (wenn nicht baden), dann wenigstens an den Strand. Wir wollten in die Berge, hatten uns auch schon mehrere Campingplätze rausgesucht… Naja. Jetzt haben wir umgeplant, morgen bleiben wir noch einmal hier in Nara in dem Hostel, dann fahren wir hoffentlich zu einer Couchsurferin und dann müssen wir nur noch eine Nacht irgendwie rumbringen (vielleicht findet sich ja noch einmal ein Hostel). Für unseren Zwischenstopp in Fukuoka haben wir leider auch noch nichts finden können, Couchsurfer antworten keine und Hostels und bezahlbare Hotels sind ALLE ausgebucht. Ich frage mich, was an diesem Wochenende so besonderes ist. Naja, das schieben wir erst einmal noch vor uns her und konzentrieren uns jetzt erst einmal daruf, dass wir in den nächsten Tagen nicht untergehen.

Achso, eine Anekdote soll ich von Elli noch erwähnen: Heute morgen haben wir uns in Kobe in einer Bäckerrei noch mit Baguette und Brötchen eindecken wollen. Es war relativ eng dort, wir hatten die großen Rucksäcke dabei, also habe ich beschlossen, alleine reinzugehen. Prompt schmeiße ich natürlich ein Preisschild runter, als ich mir das Baguette schnappe. Als ich es wieder aufheben will, merke ich schon, wie ich durch das ganze Gepäck mein Gleichgewicht verliere und nach vorne kippe. Doch damit nicht genug, als ich mich wieder aufrichten will, kippe ich in Zeitlupentempo nach hinten und liege dann erst einmal richtig „wie ein Käder auf dem Rücken“, wie Elli mir immer wieder gerne versichert. Die höflichen Japaner haben sich natürlich nichts anmerken lassen, waren ganz bemüht, mir das runtergefallene Brot samt Tablett und Zange abzunehmen.

* kurzer Einschub: Die Bäckereien hier sind, soweit wir sie kennengelernt haben, Selbstbedienungsläden. Man nimmt sich beim Eintreten ein Tablett und eine Zange, geht dann durch den Laden und packt sich das auf das Tablett (natürlich mit der Zange), was man haben möchte. Dann geht man zur Kasse, bezahlt und bekommt das ganze schön einzeln in Plastiktüten verpackt. Und dann natürlich alles noch einmal in eine Plastiktasche.

Ich liege also da, wie der letzte Depp in dem winzigen Bachshop, rappel mich wieder auf und die nette Kassiererin steht neben mir, traut sich wahrscheinlich nicht, mich anzufassen, hält aber mein Tablett und meine Zange. Das macht sie auch noch, als ich wieder stehe, sie legt mir ein frisches Baguette auf das Tablett und läuft vor mir her, damit ich ihr zeigen kann, was ich sonst noch möchte. Puh, das war WIRKLICH, wirklich richtig peinlich. Elli muss jetzt noch lachen, wenn sie daran denkt. Naja, wenigstens ein erheiternder Moment 😀

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